Top Dog

Top Dog

von Molly Moran aka Jenny Foster

Liebesroman (18+), Länge: ca. 260 Seiten

Sexiest CEO alive.

Einflussreicher Selfmade Millionär.

Gnadenloser Mörder?

 

Als der erfolgreiche Millionär Connor Carmichael nach siebzehn Jahren in die Stadt zurückkehrt, in der er damals aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde, rechnet er mit allem. Mit alten Feindschaften und einem Anschlag auf sein Leben kommt er klar – nicht jedoch damit, dass aus einer niedlichen Achtjährigen eine erwachsene Frau geworden ist, die ihm unter die Haut geht.

 

Mira Dumont ist alles, was er sich von einer Frau wünscht. Sie ist jedoch auch die Tochter des Mannes, den er angeblich umgebracht hat. Und sie hasst ihn mit jeder Faser ihres Herzens.

 

Doch für Connor existiert ein Nein nicht. Er will sie ganz und gar, mit Haut und Haar und Leib und Seele. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er herausfinden, was damals wirklich passiert ist. Und dazu ist ihm jedes Mittel recht.

 

 

Leser-Anmerkung: 18+

"Ein packender Roman von Anfang bis Ende - und was für ein Ende!"

 

"Ein fesselndes Buch."

 

"Wollte nicht mehr aufhören zu lesen."

 

"Begeistert"

"Spannend bis zum Schluss!!!"

"Absolut gelungenes Buch"

"Bis zum Schluss bleibt es spannend und man rätselt, wer der Mörder sein könnte"

"...vom Beginn bis zum Ende mitgefiebert."

 

"ein wunderschönes Lesevergnügen"

 

"Spannende Story mit gut entwickelten Charakteren..."

 

Amazon Bewerter

AUSZUG:

 

Prolog

 

Mira konnte nicht schlafen. Ihr Bauch tat weh und eigentlich hätte sie Mom gerne nach einer Wärmflasche gefragt. Aber Mom war krank und Dad saß sicher in seinem Zimmer und arbeitete. Das tat er immer, wenn sie sich beim Abendessen gestritten hatten. Anders als sonst war nicht Moms »unpassendes Benehmen« der Grund für das Geschrei gewesen, sondern Suzannes. Auch ihre Schwester hatte sich »unpassend benommen«, wie Dad festgestellt hatte. Seine Stimme war ganz leise geworden, als das Thema zur Sprache gekommen war und Mira hatte sich fest auf die matschigen Karotten auf ihrem Teller konzentriert, die Mrs. Dorkins gekocht hatte. Wenn Dads Stimme leise und so tief wurde wie das Brummen eines Bären, dann musste man vorsichtig sein.

Im Gegensatz zur ihr selbst, war es Suzanne egal, wenn Dad verärgert war. Sie hatte ihn angestarrt und gefragt, was es ihn denn kümmerte, wenn sie sich mit Rick traf. Ihr Mund hatte sich auf eine Weise verzogen, die Mira gut kannte. Wenn Suzannes Mund so gemein aussah, mit diesen fest aufeinandergepressten Lippen, dann hatte sie ein Geheimnis. Und zwar eines, das ihren Vater viel wütender machen würde, als ein Date mit ihrem festen Freund.

Mom hatte sich eingemischt. »Lass sie doch, Jack«, hatte sie gesagt. Ihr Mund war auch klein und irgendwie zusammengepresst, aber auf eine traurige Art. Ihre Stimme hatte müde geklungen und wie Mira hatte sie Dad nicht angesehen, sondern das halb leere Weinglas. »Wir kennen Rick, wir kennen seine Eltern und er ist ein vernünftiger Junge. Lass sie doch zu der Party gehen. Es könnte ihre letzte sein.«

Dad warf Mom einen sehr bösen Blick zu. »Und was kommt als Nächstes?« Dads Knöchel umklammerten das Messer, mit dem er sein Fleisch geschnitten hatte. Kurz hob Mira das Gesicht von den Karotten, nur um zu sehen, wie Bratensoße vom Messer auf das Tischtuch tropfte. Schnell senkte sie den Blick und schob eine große Portion von dem orangefarbenen Gemüse auf ihre Gabel. Vielleicht würde ja alles gut, wenn sie brav ihren Teller leer aß, obwohl sie gekochte Möhren hasste. »Wenn sie anfängt, Drogen zu nehmen und sich wie eine Hure benimmt, wirst du dann immer noch sagen: Lass sie doch?« Jetzt war seine Stimme lauter geworden. Er sah nicht Suzanne an, die sich zurückgelehnt hatte und nicht einmal mehr so tat, als würde sie essen, sondern Mom.

Mom trank einen Schluck. Ihre Hand zitterte so sehr, dass die rote Flüssigkeit auf das Tischtuch schwappte. Mira hielt den Atem an. Dad hasste Unordnung. Es gab so viele Dinge, die er nicht mochte, dass es Mira immer schwerfiel, nicht versehentlich eines davon zu tun.

»Du bist so ein mieser Heuchler«, gab sie zurück.

Was meinte Mom damit?

Sie stellte das Glas zurück auf den Tisch. »Jack, sie ist siebzehn Jahre alt. Ich vertraue ihr. Und im Gegensatz zu anderen wird sie mein Vertrauen nicht enttäuschen.«

Miras Vater lehnte sich zurück. Seine Augen blickten jetzt so wütend, dass Mira ernsthaft Angst bekam. »Ab ins Bett mit euch«, befahl er. Es kümmerte ihn nicht einmal, dass sie ihre Teller nicht leer gegessen hatten. Mira sprang sofort auf. Kurz überlegte sie, ob sie ihren Eltern noch einen Gutenachtkuss geben sollte, aber ein Blick auf das Gesicht der Erwachsenen sagte ihr, dass es besser war, einfach zu verschwinden. Ihre große Schwester nutzte ebenfalls die Gelegenheit, sich aus dem Staub zu machen. Leise schlossen sie die Tür zum Esszimmer und liefen die Treppe hinauf zu ihren Zimmern.

»Liest du mir noch eine Geschichte vor?«, fragte Mira und zupfte Suzanne am Ärmel.

»Du kannst doch selber lesen«, erwiderte Suzanne und zerwuschelte Miras kurze, dunkle Haare.

»Aber es ist schöner, wenn jemand anders mir etwas vorliest«, beharrte Mira. Mit acht Jahren konnte sie zwar schon lesen – und zwar sehr sehr gut, wie Mom immer sagte – aber ihre Lieblingsgeschichte von Pilla Pimpinella war noch zu schwer für Mira. Pilla war eine mutige Hexe, deren selbst erfundene Zaubersprüche so lang waren, dass nur ein Erwachsener oder ein fast-Erwachsener sie richtig aussprechen konnte. Und man musste sie natürlich auf die richtige Weise sagen, wenn sie helfen sollten.

Suzanne seufzte, eine Hand bereits auf der Türklinke. »Heute nicht, Sweetie«, sagte sie. »Dafür lese ich dir morgen eine doppelt so lange Geschichte vor, okay? Und du darfst sie sogar aussuchen. Was sagst du dazu?«

»Also gut«, gab Mira nach. »Sagst du mir denn gute Nacht, wenn du zurückkommst?«

Suzanne kniff die Augen zusammen, so wie sie vorhin beim Essen ihre Lippen zusammengepresst hatte. Bevor sie etwas sagen konnte, hob Mira die Hand und streckte Daumen, Zeige- und Mittelfinger heraus, wie sie es im Fernsehen gesehen hatte. »Ich schwöre, ich werde nichts sagen.« Zu ihrer Erleichterung war ihre große Schwester nicht auch noch böse auf sie, sondern kniete sich auf den Boden und drückte sie kurz an sich.

»Du bist ein Schatz«, sagte Suzanne und stand wieder auf. »Aber woher weißt du eigentlich … na, ist egal«, sagte sie und warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. »Ich muss mich noch umziehen. Schlaf gut, Sweetie. Bis nachher.« Damit war Suzanne aus ihrem Zimmer verschwunden und Mira hatte sich allein bettfertig gemacht. Die Stimmen von Mom und Dad waren ganz laut geworden und dann wieder ganz leise. Irgendwann hatte Mira, die ihre Tür lieber angelehnt ließ, falls mal etwas wirklich Schlimmes passierte, Moms Schritte und das Klicken der Tür zu ihrem Zimmer gehört. Es war so still, dass Mira sogar das Geräusch hörte, mit dem der Schlüssel im Schloss herumgedreht wurde. Das hieß, Mom wollte heute nicht mehr gestört werden. Dads Arbeitszimmer war unten. Er gab sich keine Mühe, leise zu sein. Die Tür krachte ziemlich laut und dann war alles ruhig. Mira kannte alle Geräusche, die ihre Familie machte und erst jetzt, da sie in ihren Zimmern verschwunden waren und alles war wie immer, schloss sie die Augen. Sie setzte sich noch einmal auf, um die Bettdecke glatt zu streichen, drehte sich nach rechts und vergrub die Nase in Mister Knisters weichem Fell. Eigentlich war sie ja schon zu alt, um mit einem Teddybären zu schmusen, aber Mira mochte es, wenn alles richtig war. Mister Knister musste mit dem Rücken zur Wand liegen, ihr Kopf genau in der Mitte des Kissens und ihre Nase musste sich genau an den Hals des Teddybären schmiegen, wo er am leckersten roch. Irgendwie alt, aber auch süß und nach Moms Parfum.

****

 

Sie wusste nicht, was sie aufgeweckt hatte – vielleicht das Bauchweh? Es war nicht so schlimm wie damals, an ihrem ersten Schultag, aber fast. Vielleicht konnte Suzanne ihr eine Wärmflasche machen? Mira stand auf und tappte zur Tür. Irgendjemand hatte sie geschlossen, als sie geschlafen hatte, wahrscheinlich Suzanne, als sie zurückkam. Sie drückte die Klinke herunter und schaute hinaus auf den Flur. Alles war dunkel. Sie tastete sich an der Wand entlang zum Zimmer ihrer Schwester.

Das Bett war leer.

Suzanne war noch nicht wieder zu Hause. Miras Bauch zwickte wieder und alles Reiben mit der Hand, wie Mom es ihr beigebracht hatte, half nicht.

Mama schlief bestimmt schon und Mira wollte sie nicht wecken. Vielleicht konnte sie Dad fragen. Er war noch wach, das sah Mira an dem Lichtstreifen, der unter seiner Tür hindurchfiel. Sie kniete sich auf den Boden und schaute durch das Treppengeländer. Dad um etwas zu bitten fiel ihr immer schwer und sie war fast sicher, dass er sich über die Störung ärgern würde. Sie konnte sich gar nicht vorstellen, dass er mit ihr in die Küche ging, den Teekessel aufsetzte und sie dann mit der Wärmflasche ins Bett brachte.

Es war wohl besser, wieder ins Bett zu gehen. Sie seufzte leise und stand auf, als hinter der Tür zu Dads Arbeitszimmer eine laute Stimme ertönte. Sie konnte nicht genau verstehen, was der Mann sagte, aber es war nicht ihr Vater, der da sprach. Klar, es war schon ein paar Mal passiert, dass er spät abends noch Besuch hatte, aber dann stritten sich die Leute nicht, sondern tranken viel und lachten. Das hier war etwas anderes.

Jetzt antwortete ihr Vater, ebenso laut und irgendwie dumpf. Mira legte den Kopf schief und lauschte. Es war die Stimme ihres Vaters, aber auch nicht. Etwas war anders als sonst. Das war kein brummender, verärgerter Bär, sondern ... die Neugierde wurde größer als die Angst, ihn zu verärgern und sie tappte langsam die Treppe herunter. Ihre Hand krampfte sich um das Geländer, während Miras Füße in der Fast-Dunkelheit nach der nächsten Stufe tasteten. Sie wusste auch nicht genau, warum sie das Licht nicht angemacht hatte. Endlich war sie unten im großen Flur angekommen. Ihre Zehen krampften sich zusammen, als die nackten Fußsohlen auf den kalten Steinfußboden trafen. Jetzt sprachen Dad und sein Besuch gleichzeitig und obwohl sie einzelne Worte verstand, begriff Mira immer noch nicht, warum sich ihr Vater mit dem anderen Mann stritt. Ihr Daumen huschte hoch zum Mund und sofort nahm sie ihn wieder heraus. Sie war ja kein kleines Kind mehr!

»Das werde ich nicht zulassen!«, schrie ihr Vater jetzt. Seine Stimme klang so aufgeregt wie Moms, wenn sie miteinander zankten, schrill und hoch und schmerzhaft in den Ohren. Der andere Mann war erst still, dann antwortete er so leise, dass Mira seine Worte nicht hörte. »Ich bringe dich um, du undankbarer Bastard«, brüllte Dad. Mira zuckte zusammen. »Bastard« war eines der Schimpfworte, die ihr ein Wochenende Hausarrest eingetragen hatten. Und jetzt benutzte ihr Vater es selbst! Miras Angst war nun vollkommen verschwunden. Stattdessen war sie wütend auf ihren Vater, der sie erst für etwas bestrafte und es dann selber tat.

Etwas knallte. Das Geräusch war nicht besonders laut, eher wie ein Ploppen. Es erinnerte sie an das Geräusch, das die Flaschen machten, wenn Mom und Dad etwas zu feiern hatten und eine der staubigen Flaschen aus dem Keller öffneten. Sie ging weiter auf die Tür zu und fragte sich, warum es auf einmal so still war. Sollten Dad und sein Besuch nicht fröhlich sein und lachen? Sie legte die Hand auf die Klinke und wollte die Tür öffnen, als sie plötzlich aufging. Ein großer Mann stand vor ihr. Sein Gesicht konnte sie nicht erkennen. Das Nächste, was sie fühlte, waren zwei Hände, die sie unter den Armen packten und hochhoben.

»Hey«, flüsterte er. Der Mann ruckelte sie in seinen Armen zurecht, legte eine Hand auf ihren Hinterkopf und drückte ihr Gesicht an seinen Hals. »Wo ist denn dein Zimmer, Sweetie?«, fragte er, lief aber schon die Treppen hinauf. Mira strampelte ein bisschen, aber er ließ sie nicht los. Er roch nicht so lecker wie Mister Knister oder Mama, sondern nach etwas, das sie kannte, was ihr aber nicht einfiel. »Alles wird gut, Kleines«, flüsterte er und dann wusste sie wieder, woher sie ihn kannte. Er war ein Freund von Mom und er hatte ihr einmal erlaubt, hinter ihm auf dem Motorrad mitzufahren. Es waren nur ein paar langsame Runden im Kreis gewesen, aber es hatte ihr gefallen. In ihrem Bauch hatte es gekitzelt wie verrückt, aber sie hatte sich fest an ihn geklammert und war nicht heruntergefallen.

»Hier«, sagte sie leise und zappelte, als sie die letzte Tür im Flur erreichten. Das war ihr Zimmer. Der Mann drückte die Klinke mit dem Ellenbogen herunter, lief rasch auf ihr Bett zu und legte sie hinein. Er deckte sie sogar zu!

»Schlaf jetzt«, sagte er und er klang beinahe wie Mom, wenn sie Mira klarmachen wollte, dass jetzt Schlafenszeit war. Mira schloss die Augen und fühlte, wie die Müdigkeit nach ihr griff. Der Mann drückte Mister Knister in ihren Arm, zog noch einmal die Decke um sie herum zurecht, wie Mom es immer tat, und verschwand.

 

 

Kapitel 1

 

Für die meisten Menschen war Los Angeles gleichbedeutend mit Hollywood.

Für Mira war es der Ort, den sie immer »Zuhause« genannt hatte, wann immer sie in den letzten Jahren zurückgekehrt war. Was, wie sie offen zugegeben hätte, so selten wie möglich der Fall gewesen war. Erst hatte »man« beschlossen, sie aus »allem« herauszuhalten und in ein Schweizer Internat zu verfrachten und anschließend war sie viel zu sehr mit ihrem Studium beschäftigt gewesen, um den langen Flug für eine Stippvisite in Kauf zu nehmen. Mittlerweile hätte Mira gar nicht mehr sagen können, ob sich die noble Adresse in den Hollywood Hills immer noch wie ihr Zuhause anfühlte.

Sie hatte auch nicht die Absicht, es herauszufinden. Bereits der Gedanke an die Villa bewirkte, dass sich ihr Magen schmerzhaft zusammenzog und ihr Puls sich beschleunigte, obwohl sie eben erst am Los Angeles International Airport gelandet war und sie noch zwanzig Meilen von ihrem Elternhaus trennten. Nervös befingerte sie die Kette, die sie damals auf ihrer großen Rucksackreise durch Europa gekauft hatte. Der junge Verkäufer hatte behauptet, der Anhänger schütze vor dem »bösen Blick« und obwohl sie einen Großteil ihres Budgets verschlungen hatte, war Mira der Versuchung erlegen. Sie legte die Kette nie ab, selbst beim Duschen oder Baden nicht.

Ihre Rückkehr nach Los Angeles hatte sie mit einer Heimlichkeit betrieben, die fast schon an eine Manie grenzte. Sie hatte ihrer Schwester weder ihre Flugnummer genannt, noch die genaue Ankunftszeit und um die Heimlichtuerei vollzumachen, hatte Mira von London aus ein Hotelzimmer gebucht. Hatte sie erst einmal im Hyborn eingecheckt, würde es ihr leichter fallen, Suzannes Drängen nicht nachzugeben. Sie liebte ihre Schwester, aber Mira hatte nicht vor, auch nur eine Sekunde lang, die so teuer erkaufte Kontrolle über ihr Leben abzugeben. Ihr altes Zimmer oder auch nur eines der zahlreichen Gästezimmer zu beziehen bedeutete nichts anderes, als die Verantwortung für sich selbst in Suzannes Hände zu legen.

Eine Frau rempelte Mira an und eilte weiter, ohne sich zu entschuldigen. Auch das war etwas, an das sie sich wieder würde gewöhnen müssen. Die Briten waren so unsagbar höflich, dass sie sich selbst dann noch für ihr Fehlverhalten entschuldigt hätten, wenn man sie absichtlich mit dem Auto überfahren hätte. Sie war gespannt, ob sie sich jemals wieder an diese drängende Hektik gewöhnen würde, die buchstäblich jedermann in L.A. kultivierte und die ihr sowohl rüde als auch unsagbar zielstrebig erschien. Bewusst langsam schlenderte Mira zur Gepäckausgabe von Terminal 2 und nahm in Kauf, dass sie missbilligende Blicke erntete und von einem Mann überholt wurde, der offen über »lahmarschige Touristen« fluchte. Es war ihr gleichgültig. Sie allein bestimmte das Tempo. Sie hatte sich entschieden, ihre Heimkehr langsam angehen zu lassen.

Dumm nur, dass ihre Schwester beschlossen hatte, ihr die Entscheidung aus der Hand zu nehmen. Mira fühlte Suzannes Blick, noch bevor sie ihre Schwester sah und drehte den Kopf nach rechts. Und da stand sie, direkt neben dem Gepäckband, in der einen Hand einen Becher mit Kaffee, in der anderen Hand ihr ultraschmales und wahrscheinlich auch ultrafunktionales Handy. Ohne ihren Redefluss zu unterbrechen, leuchteten ihre Augen in einem liebevollen Willkommen auf, das Mira beinahe schon für das Untergraben ihrer Pläne entschädigte. Sie warf Suzanne ein schräges Lächeln zu und suchte nach ihrem Koffer. Natürlich war er das vorletzte Gepäckstück, das vom Band rollte. Das sollte Suzanne genügend Gelegenheit geben, ihr Gespräch zu beenden. Mira lehnte in der Zwischenzeit die Hilfe eines sonnebankgebräunten Muskelprotzes höflich ab und wuchtete den Koffer zu seinem maßlos übertriebenen Erstaunen selbst auf den Boden. Zwei Handgriffe später zog sie den Rollkoffer über den Boden und lief in Richtung Ausgang. Sie hörte, wie Suzanne mit einem »Ich sagte, ich melde mich später noch einmal!« das Gespräch beendete und hinter ihr herlief. Die mittelhohen Absätze klackerten laut und waren sogar in dem hohen Lärmpegel des Flughafens deutlich hörbar.

 

 

***

 

Ende der Leseprobe

 

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