Alien - Der Cyborg

Alien - Der Cyborg

Mind Travellers II

Science Fiction Liebesroman (18+), Länge: ca. 202 Seiten

Ich bin ein Cyborg. Halb Mensch, halb Maschine. Mein Schöpfer hat mich optimiert, bis ich seinen Vorstellungen entsprach. Ich bin zum unbarmherzigen Kopfgeldjäger geworden, dessen Beute all die sind, die den sicheren Fortbestand der Menschheit gefährden.

 

Versagen ist ein Fremdwort für mich.

 

Mitleid ist nicht mehr als eine Phrase.

 

Gefühle kennt mein mechanisches Herz nicht.

 

Bis mich ein Auftrag an die Seite von Mara führt. Für sie sind Cyborgs kaum mehr als Handlanger, die kommentarlos all das erledigen, wovor die Menschen zurückscheuen. Doch ich weiß etwas über sie, dass mir Macht über sie gibt. Macht über einen Menschen.

 

Als es dann soweit ist und ich ihr Geheimnis nutzen könnte, um sie zu manipulieren, wird alles anders. Mara weckt etwas in mir, das ich weder jagen noch töten kann. Sie wird zu meiner Beute, und ich werde vor nichts Halt machen, um sie in meine Arme schließen zu können...

 

****

 

Mara Ruthiel ist Wissenschaftlerin auf der Solarian und arbeitet Seite an Seite mit ihrem Vater, dem berühmten Forscher Dr. Ruthiel. Als sie eines Tages von ihm einen besonderen Auftrag bekommt, ahnt sie noch nicht, dass ihre Reise sie mit Gefahren konfrontiert, die sie sich nicht einmal in ihren Albträumen hat vorstellen können. Denn die größte Gefahr sind keineswegs die Kreaturen, die einst aus dem Labor ihres Vaters entkamen. Maras schlimmster Feind schlummert tief verborgen in ihr selbst und ist ebenso explosiv wie verboten: Gefühle für einen Cyborg.

 

Johar ist ein Cyborg, ein Mischwesen aus Mensch und Maschine. Er gilt als der unbarmherzigste und erfolgreichste Kopfgeldjäger, den der berühmte Dr. Ruthiel jemals erschaffen hat. Als er mit der Tochter seines Schöpfers auf die Suche nach einer schwangeren Frau geschickt wird, deren Kinder Ruthiel unbedingt für seine Experimente braucht, ist der Cyborg wenig begeistert. Widerstrebend findet er sich mit Maras Gegenwart ab.

 

Nichts ist so, wie es scheint – das müssen die beiden Kontrahenten erkennen, als sie sich widerwillig zusammenraufen, um ihren Auftrag erfolgreich zu Ende zu bringen. Doch werden sie es auch schaffen, sich ihren explosiven Gefühlen zu stellen? Denn der Cyborg, der keine Gefühle haben darf, und die Wissenschaftlerin, die keinen Wert auf Emotionen legt, bergen in sich Geheimnisse, die die Grundfesten der menschlichen Gesellschaft zum Einsturz bringen könnten...

 

 

Dies ist der zweite Band der "Mind Travellers" - Reihe.

 

Der Roman »Alien – Der Cyborg« ist ein in sich abgeschlossener Roman. Sie können ihn mit Genuss lesen, ohne jemals einen Blick in ein anderes Buch von Jenny Foster geworfen zu haben, und werden keine Informationen vermissen. Andererseits haben Sie vielleicht schon »Alien - Die Gefangene« gelesen oder spielen mit dem Gedanken daran. In diesem Fall werden Sie die beiden Liebenden aus der »Gefangenen« erneut sehen, diesmal aus dem Blickwinkel einer anderen Heldin. Cassie Burnett aus dem ersten Roman und Mara Ruthiel aus dem zweiten haben nicht nur gemein, dass sie sich in anziehende, aber schwierige Männer verlieben. Beide Frauen können Gedanken lesen und gehen mit dieser Fähigkeit völlig verschieden um. Vielleicht haben Sie ja Lust, auch von Maras Reisen in die Köpfe fremder Wesen zu erfahren? Dann zögern Sie nicht und gönnen Sie sich ein paar angenehm Schmökerstunden mit »Alien - Der Cyborg«. Viel Vergnügen!

"Jenny Fosters Bücher sind ein Garant für Spannung und Emotionen!"

 

"Die Geschichte hat Wendungen, die ich nicht erwartet hatte, und den erotischen Teil fand ich sehr ansprechend."

 

"Mal was ganz anderes.

Spannend, mitreißend und gefühlvoll."

 

"Wieder einmal ein wirklich gut gelungener Sci-Fi Liebesroman von Jenny Foster und bisher einer meiner Liebster!"

 

Amazon Bewerter

Leseprobe:

 

Mein Vater schnippte mit den Fingern, und ich sprang. Das ist schon immer so gewesen, seit ich mich erinnern kann. Daran haben auch mein Doktortitel und mein Alter nichts geändert. Obwohl ich mich allmählich den Dreißig nähere und mir die Problematik durchaus bewusst ist, gehorche ich ihm aufs Wort. Das mag daran liegen, dass ich nicht nur seine Tochter, sondern gleichzeitig auch seine Assistentin bin. Niemandem vertraut er mehr, als mir. Er sagt es mir oft genug, um mich zu besänftigen, wenn ich mal wieder eine rebellische Phase habe. Aber wenn er mich so zu sich zitiert wie jetzt, in dem Tonfall eines ungeduldigen Chefs, dann halte ich lieber den Mund, auch wenn ich meine Testreihe gerne noch zu Ende geführt hätte.

Ich übergebe die Proben mit genauen Anweisungen an meine Assistentin und verlasse das Labor. Hier, in diesem Trakt, forschen wir nach Möglichkeiten, den Menschen resistent gegen chemische Kampfstoffe zu machen. Eigentlich bin ich nicht oft genug hier, um überhaupt von einem »wir« zu sprechen. Die Resistenzforschung ist eher so etwas wie ein Hobby von mir, und eigentlich bin ich mit der Arbeit bei Vater ziemlich ausgelastet. Der Trakt, in dem er sich den ganzen Tag und meistens auch den größten Teil der Nacht aufhält, liegt am entgegengesetzten Ende des Raumschiffes. Ich passiere mehrere Sicherheitsschleusen, denn seine Forschung unterliegt der allerhöchsten Geheimhaltungsstufe. Nur seinetwegen müssen wir uns im Weltall herumtreiben, immer auf dem Sprung. Wir wechseln die Koordinaten so oft wie die Unterwäsche. Ein festes Labor auf der Erde gibt es zwar auch, aber das ist mehr oder weniger nur Tarnung, um den Feinden kein festes Ziel zu bieten. Oder als Ablenkung, um die feindlichen Spione dorthin zu manövrieren und ihnen den Prozess zu machen.

Keine der Wachen hält mich auf, und nur einer von fünfen wirft einen genauen Blick auf das Ergebnis meines Irisscans. Das eintönige Leben im All hat sie träge gemacht, denke ich. Ich habe zwar die Erlaubnis, mich auf dem Schiff frei zu bewegen, aber was wäre, wenn ... Aliens meinen Körper übernommen hätten und ich nicht mehr ich selbst wäre? So absurd es ist, ich liebe dieses »Was-wäre-wenn« – Spiel. Es kann manchmal (trotz der spannenden Arbeit) tatsächlich ein bisschen öde werden hier, und ich stelle mir gern Dinge vor. Dumm ist nur, dass ich von Natur aus eher ein pessimistischer Mensch bin und es mir leichter fällt, mir die schlimmen Dinge vorzustellen. Das muss ein Erbe meines Vaters sein. Er ist zwar nicht mein leiblicher Vater, aber ich habe mein ganzes Leben in seiner Gegenwart verbracht. Da kann so eine pessimistische Grundhaltung schon mal abfärben.

Ich betrete sein Labor, und das Erste, worauf mein Blick fällt, ist die Gestalt neben ihm. Er wendet mir den Rücken zu, aber ich erkenne auch so, was er ist. Ein Cyborg. Mein Vater untersucht ihn, das heißt, er checkt die mechanischen Teile und prüft die Funktionsfähigkeit seines aufgemotzten Körpers. Bis auf einen kleinen Lendenschurz ist er nackt, und ich bin sicher, dieses Stückchen Stoff trägt er nur meinetwegen. Ich bin im Labor bekannt für das, was die anderen »Prüderie« nennen. Ich bevorzuge Sittsamkeit. Liegt ein toter Körper oder Teile eines toten Körpers auf meinem Arbeitstisch, ist das etwas anderes. Durch ihre Losgelöstheit vom großen Ganzen werden diese Teile in meinen Augen auf ihre physische Funktionalität reduziert. Aber niemand kann mich zwingen, diese Travestie von einem Menschen anzusehen, wenn er unbekleidet in all seiner angeblichen Pracht vor mir steht.

Wer auch immer ihn gebaut hat, er hat ganze Arbeit geleistet. Sein Körper ist makellos, von den langen, schlanken Gliedern bis zu den perfekt modellierten Muskeln. Er muss gute Gene gehabt haben, um in das Programm aufgenommen worden zu sein, und das Ergebnis, das seine Mutter, sein Vater und sein Ingenieur zustande gebracht haben, kann sich sehen lassen. Mein Vater verzieht wie üblich keine Miene während des Check-ups, aber wer ihn so gut kennt wie ich, der sieht ihm die Genugtuung an der Nasenspitze an. Seine grauen Augen unter den buschigen Brauen blitzen förmlich vor Zufriedenheit.

Ich warte geduldig, bis er dem Cyborg das Zeichen gibt, sich anzuziehen. Der Maschinenmensch dreht sich um, geht zur Kabine und weicht mir in dem engen Gang zwischen den OP-Tischen sorgsam aus, als wüsste er von meinem Widerwillen gegen seinesgleichen. Neutral und sachlich spreche ich schließlich meinen Vater an, so wie wir es in unserem Arbeitsleben immer handhaben. Ihn zu siezen wäre albern, aber ansonsten wird unser Umgang miteinander förmlich, sobald wir das Gebäude betreten.

»Was kann ich für dich tun?«, frage ich also höflich und schaue mich nach Hinweisen um. Manchmal liegt eine aufgeschlagene Akte herum, oder ein paar beschriftete Proben, die andeuten, welche spannende Aufgabe mich erwartet. Heute ist nichts zu entdecken. Die Tische sind aufgeräumt, die Akten einsortiert.

»Ich habe einen Job für dich, den ich niemandem sonst anvertrauen kann.« Mein Herz setzt für einen Moment aus, so sehr freue ich mich über seine Worte. Er ist geizig mit Lob, aber wenn er es verteilt, dann meint er jedes Wort, das er sagt. Ich warte, auch wenn ich ihn sofort nach Details fragen will. Was soll ich tun? Wird dieser Job mich weit wegführen? Mir ist klar, dass es sich nicht um irgendwelche Analysen handelt, denn dann hätte er mir einfach nur die Proben mitsamt seinen Anweisungen überreicht. »Du und Johar«, er nickt zu den Vorhängen hinüber, die sich um die Umkleidekabine bauschen, »werdet jemanden für mich finden und zu mir bringen.«

In mir explodieren widerstreitende Gefühle, aber ich halte meine Zunge im Zaum und forme meine Lippen zu einem neutralen Lächeln. Das ist anstrengend, aber ich halte es, solange es geht. Ich will nicht mit dem Cyborg zusammen auf eine Mission geschickt werden, ich will alleine reisen und jagen und erfolgreich zu Vater zurückkehren. Wozu brauche ich diesen stummen Maschinenmenschen? »Wen soll ich finden?« Das Zusammenziehen seiner Brauen signalisiert mir, dass er sehr wohl bemerkt hat, dass ich nur von mir und nicht von »uns« gesprochen habe, aber mein Vater geht wohlwollend darüber hinweg. Ich feiere meine winzige Unverschämtheit mit einer weiteren Frage. »Und warum soll ich den Halbmann mitnehmen?« Nur weil ich gerade zufällig zur Umkleidekabine schaue, sehe ich, dass er in seinen Bewegungen innehält. Er hat die abfällige Bezeichnung für seinesgleichen gehört. Gut. Dann weiß er, was ich von ihm halte. Die Fronten sind geklärt.

»Tsk«, macht mein Vater, aber nur halbherzig. Obwohl er selber einer der führenden Cyberingenieure ist, hält er nicht viel von ihnen. Er bevorzugt genetisch veränderte Menschen, die er zielgerichteter optimieren kann. »Er wird dir von Nutzen sein, Mara. Das Zielobjekt wird wahrscheinlich von einem erfahrenen Kämpfer begleitet, und ich kann mir nicht vorstellen, dass du einen Qua’Hathri von 1,90 m Körpergröße und mit einem Lebendgewicht von 115 kg mal eben so überwältigst.« Er hat Recht. Die Qua’Hathri sind ein kriegerisches Volk, und ihre von Schuppen bedeckte Haut macht es schwierig, sie zu verletzen. Sie sind wahre Berserker, und natürlich will mein Vater nicht, dass ich verletzt oder gar getötet werde.

»Und er«, wie aufs Stichwort schiebt der Cyborg den Stoff beiseite und tritt heraus, »wird mir inwiefern helfen?« Ich lasse meinen Blick kurz über ihn gleiten. Er muss aus einer sehr frühen Baureihe stammen, denn nicht nur sein Körper, auch ein kleiner Teil seines Gesichts ist mit Metall verkleidet. Die dünne, aber äußerst widerstandsfähige Metallschicht beginnt gleich unter seinem Auge und zieht sich über den Wangenknochen bis zu seinem Mundwinkel. Es ist gut, dass Cyborgs nicht lächeln, denn das Metall macht seinen linken Mundwinkel unbeweglich und das schiefe Grinsen würde die menschlichen Mitglieder meiner Mannschaft sicher verstören.

»Johar«, sagt mein Vater und winkt ihn an seine Seite, »ist eines unserer ältesten und erfahrensten Exemplare.« Er sieht stolz aus, und jetzt weiß ich mit Sicherheit, dass der Cyborg aus seinem Labor stammt. Die Mischwesen aus Mensch und Maschine haben im Allgemeinen keine lange Lebensdauer. Irgendwann brennen die Synapsen durch, sie flippen aus, entwickeln ungewollte Manierismen und dergleichen. Wenn dieser Cyborg schon lange in Betrieb ist, dann kann mein Vater zu Recht stolz auf sein Werk sein. »Er ist der beste Kopfgeldjäger, den du in diesem Universum findest. Er hat eine Erfolgsquote von 99 %.«

Ich sehe ihn mit neu erwachtem Interesse an, diesen Jäger. Er erwidert meinen Blick aus seinen graugrünen Augen, die von langen schwarzen Wimpern beschattet werden. Sein langes dunkles Haar hat er zu einem Zopf gebunden, der ihm über die Schultern fällt. Ich bin sicher, dass einige meiner Kolleginnen mit verdrehten sexuellen Präferenzen ihn attraktiv finden. In mir löst er keinen erotischen Funkenschlag aus, so viel ist sicher. Bevor ich mit einer Maschine im Bett lande, muss ich schon total betrunken oder völlig von Sinnen sein. Und da ich keine Drogen konsumiere, wird das nie passieren. »Wen sollen wir für dich finden?« Ich komme zum eigentlichen Thema zurück.

»Die Frau heißt Cassie Burnett«, informiert Vater mich. Nein, uns. Er bezieht Johar mit ein und reicht sogar ihm die Akte zuerst. Meine Hände zucken und wollen sie dem Cyborg aus der Hand reißen, deshalb verschränke ich sie hinter dem Rücken und presse meine Fingernägel in das weiche Fleisch, bis der Schmerz den Ärger vertreibt. Der Cyborg zieht die Augenbrauen hoch, eine Geste, die so minimal ist, dass ich sie mir auch eingebildet haben könnte. Er reicht mir den Ordner, ohne hineingeschaut zu haben. Ist das etwa ein Friedensangebot oder bedeutet seine Geste, dass er meine höhere Position in der Befehlskette anerkennt? »Sie hat sich mit zwei Männern gepaart, von denen einer der Qua’Hathri ist. Der andere gehört zu den Kreaturen, die vor«, er schließt die Augen und überlegt, »35 Jahren flüchteten und sich auf Betania ansiedelten.« Sein Gesichtsausdruck ist undeutbar. Er verschweigt uns etwas. Ich hoffe, dass er später noch einmal unter vier Augen mit mir spricht. Dem Maschinenmenschen etwas zu verschweigen ist eine Sache, aber er wird doch wohl seiner eigenen Tochter vertrauen. Er schweigt ein paar Sekunden, und ich weiß, jetzt kommt der wichtige Teil. Er leckt sich über die Lippen. Das ist das einzige Zeichen von Aufregung, das ich jemals an ihm habe entdecken können.

»Sie ist schwanger mit Zwillingen. Die Kinder haben unterschiedliche Väter. Du weißt, dass wir den geflüchteten Subjekten damals einen Code eingepflanzt haben, der die Empfängnis jedes Kindes an uns übermittelt und gleichzeitig ein Signal an uns sendet?« Er wartet meine Bestätigung kaum ab, sondern spricht gleich weiter. »Dieses Kind und sein Zwilling interagieren bereits im Mutterleib miteinander. Sie tauschen Informationen aus, und übertragen nützliche Eigenschaften aufeinander.« Ich gestatte mir einen kleinen Laut des Erstaunens. Das ist wirklich eine einzigartige Gelegenheit, die ihn, und damit uns Menschen, dem perfekten Krieger einen Schritt näher bringen könnte. Kein Wunder, dass er die Mutter samt ihrer Kinder haben möchte. Mein Herz schlägt schneller als normal, als ich daran denke, was das für uns Menschen bedeuten könnte.

Wir müssten uns vor niemandem mehr fürchten, der die Erde und ihre Bewohner für eine verlockende Beute hält. Die letzten Aliens, die uns unterjochen wollten, waren die widerlichen Sethari. Der Präsident des Weltverbandes hat es geschafft, sie von unserem Planeten zu vertreiben, aber der Preis dafür war hoch. Es gab unzählige Tote in den Kämpfen, und am Ende musste er doch eine andere Rasse Aliens um Hilfe bitten. Es waren die Qua’Hathri, die mein Vater vorhin erwähnte, die gegen den Preis von fruchtbaren Frauen den Sethari eine vernichtende Niederlage beibrachten. Mir kommt ein Gedanke. »Die Frau ist nicht zufällig eine von denen, die den Qua’Hathri als Preis für ihre Unterstützung mitgegeben wurden?«

Die Augen des Cyborgs wandern zwischen meinem Vater und mir während dieses Austausches hin und her. Er lässt sich kein Wort entgehen. Aber das ist okay. Als Kopfgeldjäger muss er so viele Informationen wie möglich sammeln, auch und vor allem die Dinge, die nicht in der Akte stehen. Genau darauf zielt meine nächste Frage ab. »Der Qua’Hathri Krieger ist also der Vater des einen Kindes und der Betanier der Vater des anderen Kindes. Willst du sie ebenfalls haben? Lebendig oder tot?« Offiziell werden den Cyberingenieuren und den anderen Wissenschaftlern nur eine bestimmte Anzahl lebender Subjekte zum Experimentieren zugeteilt. Aus ethischen Gründen, sagt die Regierung. Doch Wissenschaftler sind erfindungsreich, und ihre Definition von lebendig ist eine andere als die des normalen Menschen. Wenn die beiden Männer sozusagen am Rande des Todes schweben, wenn wir sie ins Labor bringen, tauchen sie in der Statistik nicht auf.

»Lebendig«, er räuspert sich bedeutungsvoll, »wäre schön, ist aber kein Muss. Sie haben beide ihre Funktion erfüllt, und es könnte Komplikationen geben, wenn ihr sie lebend hierher transportiert. Als Väter haben sie natürlich den starken Drang, ihre Brut und die Mutter der Kinder zu beschützen. Das könnte ungeahnte Kräfte in ihnen freisetzen. Ihr solltet nicht den Fehler machen, sie zu unterschätzen.« Ich nicke.

Dann sagt mein Vater etwas, das mich erstaunt und aus der Bahn wirft, mehr als es jeder Cyborg könnte. »Auf dieser Mission wird Johar dein Partner sein. Er hat die gleichen Befugnisse wie du, und ihr seid gleichberechtigte Partner. Habe ich mich klar ausgedrückt?«

Die Augen des Cyborgs weiten sich für einen Moment. Was ist nur los mit diesem Exemplar? Nicht nur, dass mein Vater ihm Entscheidungsgewalt für eine wichtige Mission einräumt, nein. Er zeigt auch noch Reaktionen wie Erstaunen und Skepsis. Das sollte er eigentlich nicht tun. Vielleicht ist er doch schon zu alt. »Kann ich dich einen Moment unter vier Augen sprechen?«, frage ich mit zusammengebissenen Zähnen.

Mein Vater wirft einen Blick auf die Uhr und schüttelt den Kopf. »Dazu bleibt leider keine Zeit mehr. Euer Raumschiff legt in einer Stunde ab. Ich habe bereits alles vorbereitet. Du musst nur noch deine Sachen packen und an Bord gehen.« Er gibt mir einen Kuss auf die Stirn, was mich ebenso sprachlos macht wie seine Anweisungen. Seine letzten Worte sind dazu angetan, mir richtiggehend Angst zu machen.

»Pass gut auf meine Tochter auf, Johar.«

 

****

 

Irgendetwas stimmt ganz und gar nicht mit diesem Auftrag. Während ich hastig meine Tasche packe, grübele ich über diesen seltsamen Auftrag und seine noch viel seltsameren Begleitumstände nach. Am meisten wurmt mich, dass er einem Cyborg den expliziten Auftrag gegeben hat, auf mich aufzupassen. Wie alle Männer und Frauen, die Dienst auf einem Raumschiff tun, bin ich ausgezeichnet ausgebildet worden. Ich kann mit Waffen umgehen und treffe meistens mein Ziel. Ich kann einen heranpreschenden Gegner mit einem geradezu eleganten Wurf über die Schulter hebeln und ihn kampfunfähig machen. Ich kann Bomben bauen, aus nur wenigen, auf den meisten Planeten vorhandenen Dingen. Ich kann mich aus Fesseln befreien und ich habe solide Grundkenntnisse, falls ich einen männlichen Gegner verführen muss, damit er in seiner Wachsamkeit nachlässt. Ich komme auch ohne Babysitter klar. Und falls ich doch mal in eine ausweglose Situation gerate, habe ich immer noch den Giftring, der mit seinem Stachel, dank eines klugen kleinen Mechanismus, mein Fleisch mit einem schmerzlosen, sofort wirkenden Gift sättigen wird.

Die andere, viel interessantere Frage ist, warum mein Vater diesen Auftrag im Geheimen vorbereitet hat – und warum er nicht selbst fliegt. Er nähert sich zwar den 70 in raschen Schritten, aber dank eines lebensverlängernden Serums ist er fit wie ein Vierzigjähriger – und zwar einer, der verdammt gut in Form ist. Das Einzige, was ihn als Senior ausweist, ist sein graues Haar. Ansonsten hat er die gesundheitlichen Werte eines deutlich jüngeren Mannes. Ich werfe meine Unterwäsche (nicht hübsch, aber bequem) und meine Shirts (dito) oben auf den Haufen Kleidung, ohne mir die Mühe des Faltens zu machen. Wen kümmert es, wenn ich in zerknitterten Oberteilen und schlabberigen Hosen herumlaufe, die außerdem noch von meinem weißen Laborkittel verdeckt werden? Sollten wir wirklich einmal auf ein Staatsoberhaupt treffen, muss ich wie alle anderen die Uniform tragen, und die hat mein Vater schon an Bord bringen lassen, wie den ganzen anderen offiziellen Kram.

Ich treffe gleichzeitig mit dem Cyborg an Bord des Schiffes ein. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, ihn bei seinem Namen zu nennen, aber vielleicht sollte ich das um des lieben Friedens willen tun. Ich merke, dass ich die Lippen verziehe beim Gedanken daran, dass wir gleichberechtigte Partner sein sollen. Ich soll mich also mit dem Maschinenmenschen absprechen. Was hat sich mein Vater nur dabei gedacht? Bestimmt hat er gute Gründe, aber ich grolle immer noch, weil er sie mir nicht mitgeteilt hat.

Ich lächele die Empfangsdame an, die erschrocken zurückweicht. Erst da fällt mir auf, dass sich meine Gefühle wahrscheinlich nur allzu deutlich auf meinem Gesicht abzeichnen. Das Lächeln glich wohl eher einem Zähnefletschen. Hinter mir räuspert sich der Cyborg, und ich drehe mich um, bereit, ihn in seine Schranken zu weisen. Doch noch bevor ich etwas sagen kann, ergreift er das Wort. Ich habe ihm eine Sekunde zu lang in die graugrünen Augen geschaut. »Ich schlage vor, dass wir uns eine Stunde nach dem Abflug treffen, um die Akte zu studieren und die nächsten Schritte zu besprechen.« Es ist zwar als Vorschlag formuliert, aber sein Tonfall lässt keine Zweifel offen, dass dies eher mit einem Befehl gleichzusetzen ist. In mir sträubt sich alles, aber da ich zufällig genau das Gleiche sagen wollte, stimme ich zu. Ich schnappe mir meine Tasche, die die Schleuse anstandslos passiert hat, und drehe mich um. Mein Quartier liegt im vorderen Bereich des Raumschiffes, wo man einen schönen Ausblick auf die Tiefen des Universums hat. Ich will mich auf den Weg machen, als das rote Alarmlicht aufflammt und ein schriller Warnton mich beinahe taub werden lässt. Was ist denn jetzt schon wieder, denke ich und starre den Cyborg an, der die beiden Sicherheitsoffiziere von oben herab anschaut. Das kann man durchaus wörtlich verstehen, denn der riesige Maschinenmensch überragt die beiden um knapp eine Haupteslänge.

»Gibt es ein Problem?«, frage ich und mache meine Autorität geltend. Ich sehe den Cyborg an, aber es ist einer der Beamten, der antwortet.

»Mr. Johar hier«, er spuckt ihm die höfliche Anrede förmlich vor die Füße, »hat illegale Waffen dabei.« Er hält mir einen altmodischen Dolch entgegen und deutet auf ein Wirrwarr aus Metall, Seilen, Gummischnüren und anderem Kram, der mir alles in allem doch recht harmlos erscheint. Nein, ich frage den Cyborg nicht, wozu er das Zeug braucht. Woher er den antik aussehenden Dolch hat, werde ich ihn später fragen. Jetzt gebe ich den Wachen ein Zeichen, ihn passieren zu lassen und ihm sein Gepäck auszuhändigen, doch der Picklige mit dem hervorstehenden Adamsapfel stellt sich quer.

»Tut mir leid«, sagt er mit einer öligen Stimme, die genau das Gegenteil verrät. »Aber diese Art Waffen sind an Bord eines Raumschiffes unserer Klasse nicht erlaubt. Ich muss den Dolch und die Handschellen konfiszieren.« Er lässt die besagten Metallschließen mit einem suggestiven Lächeln vor meiner Nase hin und her baumeln. Der Cyborg, der mit gekreuzten Armen neben mir steht, starrt ihn wortlos nieder. Mir jedoch fehlt die Geduld, um weiterhin höflich zu diesem Mistkerl zu sein, und ich setze meine beste Maske auf.

»Lügen Sie mich nicht an«, sage ich mit eisiger Stimme, die ich mir von Vater abgeschaut habe. »Ich kann erkennen, wann jemand nicht die Wahrheit sagt.« Tatsächlich zuckt eines seiner Augenlider, ein untrügliches Zeichen seines wachsenden Unbehagens. Wir Wissenschaftler haben einen schlechten Ruf unter den Menschen, man wirft uns Skrupellosigkeit und mangelndes Mitgefühl vor. Das mache ich mir gnadenlos zunutze. »Wenn Sie nicht als Versuchsobjekt auf einem der Tische meines Vaters landen wollen, dann lassen Sie Johar passieren.« Ich baue mich zu meiner stattlichen Größe von 1,62 m auf und trete so nahe an den Wachmann heran, dass ich bewusst in seine Komfortzone eindringe. Ich kann seinen ranzigen Schweiß riechen, aber er ist noch nicht bereit, aufzugeben.

»Ich werde Ihrem Vater Bericht erstatten«, speit er mir entgegen. Winzige Speicheltröpfchen treffen mein Gesicht, und ich muss mich zusammennehmen, um sie nicht mit dem Handrücken wegzuwischen.

»Machen Sie das«, sage ich. Den nächsten Satz spreche ich so leise, dass er sich Mühe geben muss, mich zu verstehen. »Ich werde Sie mit dem größten Vergnügen selbst bei lebendigem Leibe sezieren und Ihr Gehirn einem Primaten einpflanzen und Sie in einer Freakshow ausstellen.« Aus den Augenwinkeln sehe ich, dass Johars Oberkörper zuckt. Ich vermute, dass er lacht, aber da er den Kopf gesenkt hat und seine Haare ihm ins Gesicht fallen, kann ich das nicht mit Sicherheit sagen. Was ich ihm angedroht habe, ist natürlich Unsinn. So etwas würden wir nicht tun, und außerdem wäre es eine Verschwendung – jeder Affe ist intelligenter als dieser aufgeblasene Wicht, der vor mir steht.

Am Ende reicht er Johar seine Tasche, in der auch der Dolch liegt, und wirft mir mörderische Blicke zu.

Als wir außer Sichtweite sind, hält der Cyborg an. »Danke«, sagt er. »Das war sehr freundlich von dir.«

»Das war nicht freundlich«, gebe ich zurück. Er hat wirklich eine angenehme Stimme, tief und gelassen. Nicht sanft, dazu schwingt zu viel Rauheit mit. Maskulin ist das Wort, das mir spontan einfällt und das ich umgehend aus meinem Kopf vertreibe. »Es war notwendig, um unsere Abreise nicht zu verzögern.« Ich beschleunige meine Schritte und trete vor ihm in den Aufzug, der mich auf mein Deck bringt. Er stellt sich neben mich, und mir fällt auf, wie lautlos er sich bewegt. Man hört seine Schritte kaum auf dem glatten Plastikboden. »Deck vier«, sage ich mit lauter, klarer Stimme. Er schweigt. Verdammt. Das bedeutet, er ist ebenfalls auf dem Oberdeck einquartiert, ganz wie ein hochrangiger Offizier.

****

Es stellt sich heraus, dass er das Quartier gleich neben mir bezieht. Unsere Räume sind durch eine Zwischentür miteinander verbunden. Das ist nichts Ungewöhnliches bei Offizieren, die eine Mission gemeinsam leiten, sage ich mir, auch wenn mein Bauch warnend zwickt. Durch die dünnen Wände müsste ich eigentlich hören, was er macht – auspacken, duschen – aber es dringt kein Geräusch zu mir herüber. Ja, auch Cyborgs duschen. Ihr Metall ist wasserabweisend und rostfrei, und ihr Restanteil Mensch will gesäubert und gefüttert werden wie die reinrassigen, unverfälschten Menschen. Ich lenke mich ab, indem ich mir eine ausgiebige Dusche gönne und mich anschließend in mein Lieblingsshirt und eine alte Jogginghose werfe. Mein helles Haar fasse ich in einem Knoten am Hinterkopf zusammen, bis meine Gesichtshaut spannt, so fest sitzt die Frisur. Mir verleiht diese strenge Frisur ein Gefühl der Sicherheit, von dem ich glaube, dass ich es brauchen werde. Wenn alle Crewmitglieder so sind wie der Wachmann – also dumm und arrogant zugleich – wird es eine anstrengende Reise. Wenigstens haben wir keinen menschlichen Kapitän an Bord. Die Navigation übernimmt der Bordcomputer, der seine Befehle direkt von mir und Johar entgegennimmt. Solange wir ihm keine andere Anweisung geben, steuert er das Raumschiff in gleichmäßigem, moderaten Tempo aufs Ziel zu.

Der Cyborg erwartet mich bereits im Besprechungsraum. Ich setze mich und schiebe ihm die Akte hinüber, die ich nach dem Duschen noch gelesen habe. Ich warte, bis er die Seiten abgescannt und verarbeitet hat. Sollten die Papiere jetzt verschwinden, könnte ich immer noch auf seinen Speicher zurückgreifen. Solche Kleinigkeiten sind es, die ihn von der menschlichen Gemeinschaft trennen, denke ich. Kein Mensch kann so sachlich denken und handeln wie ein Cyborg, und ihre erweiterten Fähigkeiten übersteigen das normale Maß. Sie sind unbarmherzige Kämpfer und kennen keine Gnade. Irgendwie verschwindet das, was in ihnen einmal menschlich war, sobald ihnen künstliche Glieder, ein erweiterter Gehirnspeicher und die optimierten Muskeln eingesetzt werden.

Er ertappt mich dabei, wie ich ihn gedankenverloren anstarre. Mit aller Macht kämpfe ich die aufsteigende Hitze nieder, die sein kühler Blick in mir auslöst. Warum nur denke ich, dass er meine Gedanken lesen kann? Er erlöst mich aus der Peinlichkeit, indem er mit den Fingern schnippt und den Befehl gibt, den Kartografen anzuzeigen. Dort sehen wir die Erde und in einiger Entfernung unser Ziel. Betania heißt der Planet, auf dem man die schwangere Cassie Burnett und ihren Qua’Hathri Krieger das letzte Mal gesehen hat. »Dein Vater hat in der Akte vermerkt, dass das Signal, das die Existenz der Kinder anzeigt, etwa 262 Sonnenmeilen von Betania entfernt verstummte.« Er steht auf und legt seinen Zeigefinger auf einen Punkt, der mit Sicherheit auf den Millimeter genau die 262 Meilen anzeigt.

Ich stehe ebenfalls auf und gehe zu ihm. Nicht, damit ich die Projektion besser sehen kann, sondern weil ich es nicht mag, aus einer sitzenden Position zu ihm aufschauen zu müssen. »Das bedeutet, dass sie sich von Betania entfernt haben und nun auf dem Weg zu einem anderen Planeten sind«, überlege ich laut. Er sieht mich mit einem Funkeln in den Augen an, das man nur als ironisch bezeichnen kann. Langsam fahre ich fort, ohne mich aus der Ruhe bringen zu lassen, von dem Spott in seinem Blick. »Aber da mein Vater den Bordcomputer angewiesen hat, Betania anzufliegen, nehme ich an, dass wir dort mit unseren Nachforschungen beginnen werden.«

»Nicht dein Vater, sondern ich habe diese Anweisung gegeben«, korrigiert er mich. »Ich bin verantwortlich für das Aufspüren der Beute. Du übernimmst den medizinischen Teil, wenn wir die Frau, ihre Kinder und vielleicht auch die Väter an Bord haben.« Ein normaler Mensch würde seine Stimme für ausdruckslos halten. Ich höre Stolz darauf, dass er in einer so verantwortungsvollen Position Entscheidungen von Bedeutung treffen darf.

Ich muss ihn im Auge behalten. Für meinen Geschmack zeigt er viel zu viele Facetten eines richtigen Menschen, und das kann auf Dauer nicht gut gehen. Wenn er jetzt noch glaubt, mein Eingreifen bei den Wachleuten hätte ich aus purer Freundlichkeit ihm gegenüber getan, dann könnte es Komplikationen geben. Ein Cyborg, der sich zu eng an einen Menschen bindet, ist nutzlos. Und ich werde ganz sicher kein Mensch sein, der ein Mischwesen wie ihn dazu ermutigt.«Was hast du vor, wenn wir auf Betania landen?«

»Ich werde Erkundigungen einziehen, ihre Spur aufnehmen. Leute finden, die sie kennen, und die wissen, wohin sie unterwegs sind.« Er zuckt mit den Achseln, als wäre dies eine Selbstverständlichkeit. Das ist es wahrscheinlich auch für ihn.

»Gut«, sage ich. »Ich werde dich begleiten.«

Er hebt die Augenbrauen. »Nein. Es könnte gefährlich werden, und ich arbeite nicht im Team.«

»Ich auch nicht«, erinnere ich ihn. »Aber mein Vater hat den Befehl gegeben, dass wir diese Mission zu zweit erledigen, und das werden wir tun.« Ich versuche meinen Trick mit dem Nähertreten. Aber entweder hat er keine Komfortzone wie Menschen, in die nur Vertraute eindringen dürfen, oder es ist ihm egal. Statt zurückzuweichen, kommt er mir so nahe, dass sich unsere Körper beinahe berühren. Ich bin stolz darauf, dass ich meine Position halte, obwohl mir etwas unwohl ist durch seine unmittelbare Nähe. Der Cyborg steht so dicht bei mir, dass ich seine Körperwärme spüren kann, die durch die ständig arbeitende Mechanik etwas höher ist als bei Menschen.

Wir sehen uns für eine gefühlte Ewigkeit in die Augen. Ich versuche zu erkennen, was in seinem Kopf vorgeht...

 

 

 

***

 

Ende der Leseprobe

 

AUCH ALS HÖRBUCH

AUF AUDIBLE

Spieldauer: 6 Std. 33 Min.

Gesprochen von: Nina Schöne

 

www.jenny-foster.com Copyright @ All Rights Reserved | Impressum